Wohnen

Wohnen auf dem Lande

... ist natürlich das, was die meisten Menschen nach Paraguay zieht. Man hat dort viel Platz, viel grüne Natur und seine Ruhe, vorausgesetzt die Nachbarn sind weit genug entfernt.

Auf der anderen Seite muss man natürlich auch berücksichtigen, dass Grundstücke in einer Größe von mehreren Hektar nicht mehr alleine durch die Besitzer und schon gar nicht nebenbei in Schuss zu halten sind! Das artet ganz schnell in viel Arbeit aus. Bäume und Pflanzen wachsen in Paraguay vier- bis 16-mal so schnell wie in Europa!

Wir selbst haben in den ersten Monaten in einem Apartment nahe Independencia gelebt, das auf einem Grundstück mit mehreren Hektar Größe stand. Die Besitzer waren da jeden Tag nur am Arbeiten.

Trotz des großen Grundstücks wurden wir regelmäßig von verschiedenen Seiten beschallt. Und die Vermieter selbst waren noch zwei Monate davor kurz vor dem Nervenzusammenbruch, weil ein Nachbar auf dem Nebengrundstück ein Café betrieb und seine Lautsprecher genau auf sie gerichtet hatte.

Bei Grundstücken auf dem Lande muss man dann natürlich auch noch darauf achten, dass man auch nach längerem Starkregen noch trocken leben und den Supermarkt erreichen kann. Eine einzige über- oder unterspülte Brücke oder eine versumpfte Erdstraße können das dann schon stark behindern.

ErdstraßeFazit:

Bevor man sich ein Grundstück kauft, auf dem man für längere Zeit leben möchte, sollte man sich dieses vorher mehrfach und zu verschiedenen Tages- und Jahreszeiten anschauen.

Wohnen in der Einwanderungsphase

Man kann - wie in Europa auch - in Paraguay Häuser und Wohnungen zur Miete bewohnen oder sich etwas kaufen.

In beiden Fällen gibt es reichlich Möglichkeiten, reinzufallen und abgezockt zu werden.

Man sollte sich mit der Suche nach seinem permanenten Wohnsitz Zeit lassen. Ohne das Land und die direkte Nachbarschaft zu kennen, sofort ein Grundstück zu kaufen und ein Haus darauf zu bauen, ist in der Regel eine schlechte Idee.

Ankunft und Einwanderungsphase

Normalerweise denkt man, es macht keinen Sinn, sich in dieser Zeit schon 100 km oder mehr von der Hauptstadt anzusiedeln, obwohl die Unterkunft dort deutlich preisgünstiger ist als in der Nähe der Hauptstadt. Dass das nicht unbedingt richtig und kostensparend ist, kann man weiter unten sehen!

Bis man seine Daueraufenthaltsgenehmigung und Cedula, den paraguayischen Personalausweis, hat, vergehen in der Regel 3 bis 4 Monate, manchmal noch mehr.

In dieser Zeit muss man mehrmals zu den Behörden, auch wenn ein professioneller Auswanderungshelfer die Anzahl dieser Besuche stark reduzieren kann.

Schon für ca. 45 km benötigt man auf paraguayischen Straßen - speziell in der Nähe von Asunción - in der Regel ca. 1,5 Stunden! Und das kann man bei größeren Entfernungen oft fast mit dem gleichen Faktor hochrechnen, sodass dann die Fahrt in die Hauptstadt schnell zum langen und anstrengenden Tagesausflug wird - oder man sogar dort übernachten muss.

Auch die anfallenden Kosten des Einwanderungshelfers hängen natürlich mit von der Entfernung zu den Behörden ab. Es ist ein klarer Unterschied sowohl in der Arbeitszeit als auch in den Fahrtkosten, wenn dieser einen mehrfach aus einer entfernten Gegend nach Asuncion und wieder zurückfahren muss. Ein professioneller Einwanderungshelfer, der wöchentlich mehrere Kunden betreut, optimiert das natürlich, indem er mehrere Leute zum gleichen Termin mitnimmt. Daurch verlängert sich dann aber natürlich auch die Zeit, die man auf den Ämtern warten muss, bis alle fertig sind.  

Wer z.B. in der Nähe von Villarrica / Independencia einen auf den ersten Blick günstigen Einwanderungshelfer engagiert, dem kann es außerdem - wie uns selbst - passieren, dass dieser sich die notwendigen Fahrten nach Asuncion einfach spart und die Arbeit einstellt, sobald er den Großteil seines Geldes bekommen hat.

Daueraufentshaltsgenehmigung außerhalb von Asunción beantragen

Was man als Neuankömmling nicht weiß, ist die Tatsache, dass man seine Daueraufenthaltsgenehmigung auch weit außerhalb der Hauptstadt Asunción beantragen kann - z.B. in Ciudat del Este. Im Internet tummeln sich vor allem deutsche Helfer, die in den typischen Einzugsgebieten der Neuankömmlinge leben - Asunción, Villarrica, San Bernardino.

Man braucht aber eigentlich keinen der teuren Einwanderungshelfer. Man muss lediglich die Papiere von einem zugelassenen Übersetzer in spanisch übersetzen lassen und kann dann selbst seine Fingerabdrücke abnehmen lassen und die Daueraufthaltsgenehmigung und Cedula selbst einreichen. Wenn man nicht weiß wo und die Sprache nicht kann, ist auch das kein Problem. Es gibt eine Menge deutsch sprechender Mennoniten in Paraguay, die einem als Studentenjob dabei gerne assistieren.

Die Kosten bei den Behörden sind gering, sodass man auf diese Weise durchaus schon mal die Hälfte vom üblichen Preis für den Einwanderungshelfer einsparen kann, wenn man die Leute kennt, die einem da weiter helfen und Tipps geben.

Hier bei uns im Osten von Paraguay sind wir zwar 5 Stunden von der Hauptstadt entfernt. Aber man kann hier in einer wunserschönen, hügeligen Landschaft preisgünstig leben und spart so unter Umständen schon in den ersten Monaten mehrere Tausend Euro ein! Und man muss sich nicht auf den überlaufenen Behörden in Asunción in die Schlange stellen.