Richtfunk

Internet

Ein funktionierender Internetzugang ist für die meisten Einwanderer sehr wichtig. Und der ist in Paraguay leider immer noch nicht selbstverständlich!

In der Hauptstadt Asunción hat man noch recht gute Möglichkeiten. Es gibt dort zumindest teilweise Kabelanschlüsse mit mehreren GB Bandbreite, wie man sie aus Europa gewohnt ist. Und auch Internetsticks zum Empfang über die Mobilfunkanbieter funktionieren hier natürlich. Aber wer nach Paraguay kommt, möchte ja in der Regel nicht in der Großstadt leben.

Auf dem Lande sieht es dann schon eher mäßig aus. Wenn man Glück hat, findet man ein Haus, das von Tigo mit einem hohen Sendemast versehen wurde, über dessen Richtfunkantenne das Internet dann läuft. Dann kann man mit bis zu 1 GB Bandbreite herunterladen. Hochladen ist dagegen nur mit 256 kB möglich - also in etwa das, was die Telekom in den Kindertagen des Internet angeboten hat. Trotzdem funktioniert es mit so einem Anschluss in der Regel, z.B. mit Teilnehmern in Europa über Skype zu telefonieren oder über Youtube Filme anzuschauen.

Außerhalb von Asunción gibt es bislang nur sehr wenige Orte, in denen man auf ein Glasfaserkabel zurückgreifen kann - so wie z.B. in San Bernardino. Damit ist der Zugang natürlich deutlich schneller. Allerdings steigt die Zahl der Teilnehmer in solchen Orten auch deutlich schneller als die Kapazität des Netzes weiter ausgebaut wird. Man muss also auch hier des Öfteren mit Überlastung und damit mit einem deutlichen Absinken der real vorhandenen  Bandbreite rechnen.

Lebt man nur 20 km außerhalb von solchen Orten und hat bislang keinen Richtfunkmast in der Nähe, dann hat man ganz schlechte Karten. In solchen Gegenden baut Tigo nämlich keine Richtfunkmasten mehr, sondern weist darauf hin, dass dort demnächst Glasfaserkabel verlegt werden.

Wann genau das aber der Fall ist, kann natürlich keiner sagen - bzw. selbst wenn es einer sagt, heißt das noch lange nicht, dass es dann auch wirklich zu dieser Zeit kommt. Aber das ist ja auch nicht viel anderes wie in Deutschland auf dem Lande. 

Selbst wenn man grundsätzlich über einen ausreichend guten Internetzugang verfügt, muss man immer noch damit rechnen, dass dieser des Öfteren einfach mal für einige Stunden ausfällt, weil irgendwo irgendwas kaputt gegangen ist und repariert werden muss.

Dies wird in den meistens Fällen durch Blitzeinschläge und Stromausfälle bei der Ande verursacht. Aber auch Tigo hat durchaus so seine technischen Probleme in Bezug auf die Zuverlässigkeit.

Wer auf ständigen Zugang zum Internet angewiesen ist, sollte also für diese Fälle zusätzlich einen Internetstick von einem am Ort empfangbaren Mobilfunkbetreiber haben.

Bezahlung

Die Bezahlung der Internetgebühren erfolgt - genau wie beim Strom - über Agenturen, die das Geld entgegen nehmen und per Handyzugang an die Leistungsträger weiter leiten. Man erkennt diese in der Regel durch ein Schild, auf dem Tigo Money, Pago Aqui oder ähnliches steht.

Auch hier kann man Überraschungen erleben, denn viele von diesen Agenturen haben keinen direkten Zugang zum Anbieter, um den offenen Betrag abzurufen. Und wenn dieser nicht konstant ist, dann weiß man ihn selbst auch nicht. Denn gedruckte Rechnungen erhält man normalerweise nicht - PDF-Rechnungen übers Internet genauso wenig.

Die Agentur nimmt dann zwar den Betrag entgegen, den man ihr z.B. von der letzten Quittung vorzeigt. Aber wenn dieser Betrag niedriger war als der neue, dann summiert sich im Laufe der Zeit der offene Posten auf.

Und wenn es dann nach ein paar Monaten soweit ist, dass die Differenz in Höhe eines Monatsbeitrags ist, dann ist plötzlich der Internetzugang weg und kommt auch nach Stunden oder Tagen nicht wieder.

Man muss dann erstmal herausfinden, wo in der nächstgrößeren Stadt eine offizielle Vetretung ist und dort hin fahren. Dann sagen die einem, welcher Betrag offen steht und dass man den halt nur bezahlen muss, damit die automatische Freischaltung wieder erfolgt.

Das Dumme dabei ist, dass man diesen Fall von den bis dahin bereits gewohnten technischen Ausfällen zunächst mal absolut nicht unterscheiden kann. Alle Lampen am Router leuchten wie gewohnt. Nur die Internetverbindung ist weg.