Internet

Wohnen in Asunción und Umgebung

Wohnen in Hauptstadtnähe

hat natürlich einige echte Vorteile.  

Die medizinische Versorgung und die Versorgung mit Waren aller Art sind in der Hauptstadt natürlich weit besser als in fast jeder Kleinstadt.

Viele Waren bekommt man in Asuncion eher und preisgünstiger als irgendwo außerhalb.

Außerdem muss man allgemein berücksichtigen, dass man in Paraguay für alles viel Zeit benötigt. Man schafft es kaum, 3 Dinge gleichzeitig an einem Tag zu erledigen!

Und das heißt, oft muss man dann zweimal hin, weil man nicht alles geschafft hat, was geplant war. 

Wohnen in der Hauptstadt

wäre trotzdem nicht so mein Ding. Ich denke, wer in einer Großstadt oder einem Vorort davon leben möchte, der ist in Paraguay eher schlecht aufgehoben. Da sind diverse Städte in anderen Ländern doch weit interessanter.

Für mich persönlich ist Asuncion einfach nur nervig und viel zu teuer. Wer seine Kinder in die internationale Schule schicken und dort in der Nähe leben will, benötigt mehr Geld zum Leben als in Europa!

Auf der anderen Seite ist Asuncion bislang fast die einzige Möglichkeit, wenn man schnelles Internet für die Arbeit braucht.

Auf dem Lande kommt man fast nirgendwo auf Geschwindigkeiten über 1 MBit, in wenigen Gegenden auf 2 MBit. Und da das meist über Richtfunk läuft, gibt es häufig Ausfälle, z.B. weil bei Gewitter an einem der Sendemasten gerade Stromausfall ist.

Aber wer sich auf die paraguayische Lebensweise einläßt, der kommt auch damit nach einer Weile gut klar. Ist heute kein Internet oder kein Strom da, dann arbeitet man halt morgen weiter...

Wohnen auf dem Lande

... ist natürlich das, was die meisten Menschen nach Paraguay zieht. Man hat dort viel Platz, viel grüne Natur und seine Ruhe, vorausgesetzt die Nachbarn sind weit genug entfernt.

Auf der anderen Seite muss man natürlich auch berücksichtigen, dass Grundstücke in einer Größe von mehreren Hektar nicht mehr alleine durch die Besitzer und schon gar nicht nebenbei in Schuss zu halten sind! Das artet ganz schnell in viel Arbeit aus. Bäume und Pflanzen wachsen in Paraguay vier- bis 16-mal so schnell wie in Europa!

Wir selbst haben in den ersten Monaten in einem Apartment nahe Independencia gelebt, das auf einem Grundstück mit mehreren Hektar Größe stand. Die Besitzer waren da jeden Tag nur am Arbeiten.

Trotz des großen Grundstücks wurden wir regelmäßig von verschiedenen Seiten beschallt. Und die Vermieter selbst waren noch zwei Monate davor kurz vor dem Nervenzusammenbruch, weil ein Nachbar auf dem Nebengrundstück ein Café betrieb und seine Lautsprecher genau auf sie gerichtet hatte.

Bei Grundstücken auf dem Lande muss man dann natürlich auch noch darauf achten, dass man auch nach längerem Starkregen noch trocken leben und den Supermarkt erreichen kann. Eine einzige über- oder unterspülte Brücke oder eine versumpfte Erdstraße können das dann schon stark behindern.

ErdstraßeFazit:

Bevor man sich ein Grundstück kauft, auf dem man für längere Zeit leben möchte, sollte man sich dieses vorher mehrfach und zu verschiedenen Tages- und Jahreszeiten anschauen.

Internet

Ein funktionierender Internetzugang ist für die meisten Einwanderer sehr wichtig. Und der ist in Paraguay leider immer noch nicht selbstverständlich!

In der Hauptstadt Asunción hat man noch recht gute Möglichkeiten. Es gibt dort zumindest teilweise Kabelanschlüsse mit mehreren GB Bandbreite, wie man sie aus Europa gewohnt ist. Und auch Internetsticks zum Empfang über die Mobilfunkanbieter funktionieren hier natürlich. Aber wer nach Paraguay kommt, möchte ja in der Regel nicht in der Großstadt leben.

Auf dem Lande sieht es dann schon eher mäßig aus. Wenn man Glück hat, findet man ein Haus, das von Tigo mit einem hohen Sendemast versehen wurde, über dessen Richtfunkantenne das Internet dann läuft. Dann kann man mit bis zu 1 GB Bandbreite herunterladen. Hochladen ist dagegen nur mit 256 kB möglich - also in etwa das, was die Telekom in den Kindertagen des Internet angeboten hat. Trotzdem funktioniert es mit so einem Anschluss in der Regel, z.B. mit Teilnehmern in Europa über Skype zu telefonieren oder über Youtube Filme anzuschauen.

Außerhalb von Asunción gibt es bislang nur sehr wenige Orte, in denen man auf ein Glasfaserkabel zurückgreifen kann - so wie z.B. in San Bernardino. Damit ist der Zugang natürlich deutlich schneller. Allerdings steigt die Zahl der Teilnehmer in solchen Orten auch deutlich schneller als die Kapazität des Netzes weiter ausgebaut wird. Man muss also auch hier des Öfteren mit Überlastung und damit mit einem deutlichen Absinken der real vorhandenen  Bandbreite rechnen.

Lebt man nur 20 km außerhalb von solchen Orten und hat bislang keinen Richtfunkmast in der Nähe, dann hat man ganz schlechte Karten. In solchen Gegenden baut Tigo nämlich keine Richtfunkmasten mehr, sondern weist darauf hin, dass dort demnächst Glasfaserkabel verlegt werden.

Wann genau das aber der Fall ist, kann natürlich keiner sagen - bzw. selbst wenn es einer sagt, heißt das noch lange nicht, dass es dann auch wirklich zu dieser Zeit kommt. Aber das ist ja auch nicht viel anderes wie in Deutschland auf dem Lande. 

Selbst wenn man grundsätzlich über einen ausreichend guten Internetzugang verfügt, muss man immer noch damit rechnen, dass dieser des Öfteren einfach mal für einige Stunden ausfällt, weil irgendwo irgendwas kaputt gegangen ist und repariert werden muss.

Dies wird in den meistens Fällen durch Blitzeinschläge und Stromausfälle bei der Ande verursacht. Aber auch Tigo hat durchaus so seine technischen Probleme in Bezug auf die Zuverlässigkeit.

Wer auf ständigen Zugang zum Internet angewiesen ist, sollte also für diese Fälle zusätzlich einen Internetstick von einem am Ort empfangbaren Mobilfunkbetreiber haben.

Bezahlung

Die Bezahlung der Internetgebühren erfolgt - genau wie beim Strom - über Agenturen, die das Geld entgegen nehmen und per Handyzugang an die Leistungsträger weiter leiten. Man erkennt diese in der Regel durch ein Schild, auf dem Tigo Money, Pago Aqui oder ähnliches steht.

Auch hier kann man Überraschungen erleben, denn viele von diesen Agenturen haben keinen direkten Zugang zum Anbieter, um den offenen Betrag abzurufen. Und wenn dieser nicht konstant ist, dann weiß man ihn selbst auch nicht. Denn gedruckte Rechnungen erhält man normalerweise nicht - PDF-Rechnungen übers Internet genauso wenig.

Die Agentur nimmt dann zwar den Betrag entgegen, den man ihr z.B. von der letzten Quittung vorzeigt. Aber wenn dieser Betrag niedriger war als der neue, dann summiert sich im Laufe der Zeit der offene Posten auf.

Und wenn es dann nach ein paar Monaten soweit ist, dass die Differenz in Höhe eines Monatsbeitrags ist, dann ist plötzlich der Internetzugang weg und kommt auch nach Stunden oder Tagen nicht wieder.

Man muss dann erstmal herausfinden, wo in der nächstgrößeren Stadt eine offizielle Vetretung ist und dort hin fahren. Dann sagen die einem, welcher Betrag offen steht und dass man den halt nur bezahlen muss, damit die automatische Freischaltung wieder erfolgt.

Das Dumme dabei ist, dass man diesen Fall von den bis dahin bereits gewohnten technischen Ausfällen zunächst mal absolut nicht unterscheiden kann. Alle Lampen am Router leuchten wie gewohnt. Nur die Internetverbindung ist weg.