Cooperativas

Solvenznachweis

Für die Beantragung der Daueraufenthaltsgenehmigung muss man in Paraguay einen Solvenznachweis erbringen.

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Die gängigste Variante ist dabei die Hinterlegung der Summe von 350 Tagessätzen des jeweils geltenden gesetzlich festgesetzten Mindestlohnes -  aktuell 27.500.000 Gs (bei Ehepaaren nur einmal gemeinsam) bei einem zugelassenen Geldinstitut im Paraguay. Die aktuelle Summe findet man jeweils hier auf der offiziellen Internetseite der Einwanderungsbehörde.  

Da man ohne die Cedula bei paraguayischen Banken normalerweise kein Konto eröfnen kann, treten die meisten Einwanderer einer für das Kreditwesen zugelassenen Cooperativa (Genossenschaft) bei und lassen sich dort ein Konto einrichten.

Welche Cooperativa man dafür nimmt, sollte man an folgenden Kriterien festmachen:

  • Welche Kategorie (Sicherheit!) hat die Cooperativa?
  • Wo hat die Cooperativa ihre Niederlassung oder Agenturen, bei denen man Geld von dem Konto abheben kann?
  • Bietet die Cooperativa Debitkarten an, mit denen man Geld an Automaten ziehen kann?
  • Bietet die Cooperativa nutzbare Einkaufsrabatte bei bestimmten Supermarktketten?

Eine Liste der in Frage kommenden Cooperativas findet man unter www.incoop.gov.py im Kapitel Cooperativas de Ahorro

 y Crédito Tipo "A".

Man kann bei den meisten Cooperativas Konten in EUR, USD und Guarani einrichten. Die Cooperativen haben ein Konto bei einer der Banken in Paraguay, auf das man dann sein Geld von Europa z.B. per Onlineüberweisung schicken kann. Bei der Überweisung wird die Cooperativa als Empfänger angegeben und die eigene Mitgliedsnummer (Kontomummer bei der Cooperativa) als Referenz.

Nach Ankunft des Geldes tauscht man es am Besten in Guaranies um und legt es für drei Monate fest. Schon für diese kurze Laufzeit erhält man in Paraguay Festgeldzinsen von 5% bis 7% p.a.

Für diesen Vertragsabschluss und die Umbuchung auf das Guarani-Konto muss man also nach der Kontoeinrichtung schon das zweite Mal zur Cooperativa fahren. Wenn man später Geld abheben will und keine Karte dafür hat, muss man ebenfalls wieder hin. Und selbst wenn man das Konto kündigt, bekommt man seine Genossenschaftseinlage erst 1 Jahr später zurück und muss dann wieder persönlich hin. Wenn man dann von der Niederlassung in der Zwischenzeit - wie ich - schon etliche 100 km weit weggezogen ist, übersteigen die Fahrtkosten schnell das, was man sich dort noch an Geld abholen könnte. 

Sowas bedenkt man bei der Ankunft meist gar nicht, sondern geht einfach zu der Cooperativa, die der Einwanderungshelfer immer nimmt. Sich eine andere auszuwählen kann allerdings auch Arbeit machen. Denn es ist nicht unbedingt sicher, dass man von der ausgewählten Cooperativa auch aufgenommen wird. Normalerweise müssen ja immer zwei Mitglieder der jeweiligen Cooperativa der Aufnahme zustimmen. Und die muss man entweder selbst kennen oder man muss schauen, ob die Mitarbeiter der Cooperativa das für einen regeln.

Akademischer Titel / Arbeitsvertrag

Neuerdings findet man auf der Seite der paraguayischen Botschaft den Hinweis, dass auch der Nachweis eines Arbeitsvertrags oder eines akademischen Titels als Solvenznachweis ausreicht.

Mit dem Arbeitsvertrag wird das wohl in den seltensten Fällen klappen, da man in der Regel kaum einen Arbeitgeber dafür finden wird. Die Chancen für Ausländer, als abhängig Beschäftigte einen Job zu finden, sind ja im landwirtschaftlich geprägten Paraguay eher schlecht. 

Das mit dem akademischen Titel kommt schon eher als Alternative in Frage. Auch hier muss man dann aber die entsprechende Vorarbeit in Deutschland ähnlich wie bei den Geburtsurkunden leisten. Das Ausbildungszeugnis muss zunächst im Original vom Bildungsministerium oder Regierungspräsidium - und dann nochmal von der paraguayischen Botschaft beglaubigt sein.