Abzocke

Die Sprache lernen

In Paraguay wird von den Einheimischen hauptsächlich Guarani - die Sprache der gleichnamigen indigenen Urbevölkerung - gesprochen. Die meisten verstehen außerdem südamerikanisches Spanisch. Das ist ein Mischmasch aus dem ursprünglichen Spanisch der damaligen Eroberer und vielen aus den indianischen Dialekten stammenden Worten - und die zweite Amtssprache. Diese Sprache verbindet einen dann auch gleich mit den Einheimischen, denn sie ist eigentlich sowohl für den Einheimischen als auch für uns eine Fremdsprache!

Mit deutsch und englisch kommt man hier in Paraguay leider nicht sehr weit.

Muss man die Sprache vorher lernen?

Es ist sicher sinnvoll, schon vor der Auswanderung nach Südamerika spanisch zu lernen, am Besten auch schon südamerikanisches Spanisch. Viele sind sogar der Meinung, man müsse die Sprache können, bevor man hier einwandert.

Wir denken, man MUSS gar nichts. Wer nach Paraguay kommt, kommt meist wegen der Freiheit, die man hier noch hat. Und dazu gehört einfach auch die Freiheit, die Sprache nicht gleich zu können.

Klar, wer die Sprache nicht kennt, ist zunächst einmal sowohl auf deutsch sprechende Helfer als auch oft auf einen Dolmetscher angewiesen. Man kann bei der Auswahl dieser beiden - und speziell dann, wenn es sich um die gleiche Person handelt, leicht reinfallen und abgezockt werden. Zumindest einen Teil dessen zu verstehen, was der Dolmetscher übersetzt, kann somit durchaus hilfreich sein.

Wenn man sich Zeit läßt und sich vor Ort in Ruhe die passenden Helfer aussucht, dann geht das aber duchaus auch, ohne Spanisch zu können!

Man muss dabei ja auch immer bedenken, dass man hier in Paraguay speziell beim Wohnen und Heizen einiges an Geld gegenüber Europa einspart. Selbst wenn man dieses Geld in der Startphase an einen Abzocker los wird oder auch einem anderen, seriösen Deutschsprachigen, der schon Spanisch kann, für seine Hilfe etwas bezahlt, ist es trotzdem meist kostengünstiger, eher früher als später hierher auszuwandern.

Nur weil man die Sprache noch nicht kann, da zu bleiben, wo man ist, macht einen sicher weder reicher noch glücklicher - zumal man die Sprache viel schneller lernt, wenn man sie parallel dazu auch schon im realen Leben hört und versucht zu sprechen.

Trotzdem - es schadet nichts, so früh wie möglich mit dem Lernen anzufangen.

Sprachkurs

Wir empfehlen dafür einen Sprachkurs, den man mit täglich ca. 17 Minuten Lernaufwand nebenbei machen kann - auf dem eigenen Computer oder auch online übers Internet. 

Wenn du ihn über nachfolgenden Link bestellt, trägst du gleichzeitig dazu bei, dass wir ein paar Guaranies mehr für den Ausbau dieses Internetportals haben.

► Sprachkurs Südamerikanisches Spanisch

Über den Link kannst du dir auch zunächst eine kostenlose Demoversion bestellen und so beurteilen, ob das Ganze für dich passt.

Wir verwenden diesen Kurs selbst, um die Sprache zu lernen, kommen gut voran damit und können die Kurse guten Gewissens empfehlen.

 

Wohnen in der Einwanderungsphase

Man kann - wie in Europa auch - in Paraguay Häuser und Wohnungen zur Miete bewohnen oder sich etwas kaufen.

In beiden Fällen gibt es reichlich Möglichkeiten, reinzufallen und abgezockt zu werden.

Man sollte sich mit der Suche nach seinem permanenten Wohnsitz Zeit lassen. Ohne das Land und die direkte Nachbarschaft zu kennen, sofort ein Grundstück zu kaufen und ein Haus darauf zu bauen, ist in der Regel eine schlechte Idee.

Ankunft und Einwanderungsphase

Normalerweise denkt man, es macht keinen Sinn, sich in dieser Zeit schon 100 km oder mehr von der Hauptstadt anzusiedeln, obwohl die Unterkunft dort deutlich preisgünstiger ist als in der Nähe der Hauptstadt. Dass das nicht unbedingt richtig und kostensparend ist, kann man weiter unten sehen!

Bis man seine Daueraufenthaltsgenehmigung und Cedula, den paraguayischen Personalausweis, hat, vergehen in der Regel 3 bis 4 Monate, manchmal noch mehr.

In dieser Zeit muss man mehrmals zu den Behörden, auch wenn ein professioneller Auswanderungshelfer die Anzahl dieser Besuche stark reduzieren kann.

Schon für ca. 45 km benötigt man auf paraguayischen Straßen - speziell in der Nähe von Asunción - in der Regel ca. 1,5 Stunden! Und das kann man bei größeren Entfernungen oft fast mit dem gleichen Faktor hochrechnen, sodass dann die Fahrt in die Hauptstadt schnell zum langen und anstrengenden Tagesausflug wird - oder man sogar dort übernachten muss.

Auch die anfallenden Kosten des Einwanderungshelfers hängen natürlich mit von der Entfernung zu den Behörden ab. Es ist ein klarer Unterschied sowohl in der Arbeitszeit als auch in den Fahrtkosten, wenn dieser einen mehrfach aus einer entfernten Gegend nach Asuncion und wieder zurückfahren muss. Ein professioneller Einwanderungshelfer, der wöchentlich mehrere Kunden betreut, optimiert das natürlich, indem er mehrere Leute zum gleichen Termin mitnimmt. Daurch verlängert sich dann aber natürlich auch die Zeit, die man auf den Ämtern warten muss, bis alle fertig sind.  

Wer z.B. in der Nähe von Villarrica / Independencia einen auf den ersten Blick günstigen Einwanderungshelfer engagiert, dem kann es außerdem - wie uns selbst - passieren, dass dieser sich die notwendigen Fahrten nach Asuncion einfach spart und die Arbeit einstellt, sobald er den Großteil seines Geldes bekommen hat.

Daueraufentshaltsgenehmigung außerhalb von Asunción beantragen

Was man als Neuankömmling nicht weiß, ist die Tatsache, dass man seine Daueraufenthaltsgenehmigung auch weit außerhalb der Hauptstadt Asunción beantragen kann - z.B. in Ciudat del Este. Im Internet tummeln sich vor allem deutsche Helfer, die in den typischen Einzugsgebieten der Neuankömmlinge leben - Asunción, Villarrica, San Bernardino.

Man braucht aber eigentlich keinen der teuren Einwanderungshelfer. Man muss lediglich die Papiere von einem zugelassenen Übersetzer in spanisch übersetzen lassen und kann dann selbst seine Fingerabdrücke abnehmen lassen und die Daueraufthaltsgenehmigung und Cedula selbst einreichen. Wenn man nicht weiß wo und die Sprache nicht kann, ist auch das kein Problem. Es gibt eine Menge deutsch sprechender Mennoniten in Paraguay, die einem als Studentenjob dabei gerne assistieren.

Die Kosten bei den Behörden sind gering, sodass man auf diese Weise durchaus schon mal die Hälfte vom üblichen Preis für den Einwanderungshelfer einsparen kann, wenn man die Leute kennt, die einem da weiter helfen und Tipps geben.

Hier bei uns im Osten von Paraguay sind wir zwar 5 Stunden von der Hauptstadt entfernt. Aber man kann hier in einer wunserschönen, hügeligen Landschaft preisgünstig leben und spart so unter Umständen schon in den ersten Monaten mehrere Tausend Euro ein! Und man muss sich nicht auf den überlaufenen Behörden in Asunción in die Schlange stellen.

Einwanderungshelfer

Vorsicht bei der Wahl des Einwanderungshelfers!

Lasst euch Zeit mit der Auswahl - oder nehmt einen der in den entsprechenden Auswanderergruppen in Facebook immer wieder aufgeführten, als seriös bekannten Helfer.

Bei anderen erkundigt euch in jedem Fall bei mehreren, verschiedenen und nicht miteinander verbandelten Leuten vor Ort, wen die empfehlen würden und macht euch selbst in Ruhe ein Bild.

Selbst wenn das polizeiliche Führungszeugnis ablaufen sollte, ist das kein Drama. Ein erfahrener Einwanderungshelfer hat kein Problem damit, das neu anzufordern! Und auch die Dreimonatsfrist für das Einreisevisum ist kein wirkliches Problem. Falls das abläuft, kann man es beim ersten Mal gegen Zahlung einer kleinen Gebühr bei der Einwanderungsbehörde (Migraciones) verlängern lassen oder man macht halt eine kleine Besichtigungstour in Brasilien oder Argentinien. Und schon kann man nochmals 3 Monate bleiben.

Nicht immer ist ein auf den ersten Blick preisgünstiger Einwanderungshelfer am Ende auch wirklich günstig.

Man kann Deutsche, die seit langen Jahren in Paraguay leben, nicht nach europäischen Maßstäben einschätzen - schon gar nicht beim Kontakt über das Internet.

Rechtlich erfolgreich gegen einen Einwanderungshelfer vorgehen zu können, ist in Paraguay wenig aussichtsreich. Und das wissen die entsprechenden Einwanderungshelfer auch - und speziell dann, wenn sie denn noch hier im Lande Jura studiert haben.

Und wer glaubt, ein studierter Jurist muss oder kann sich dreisten Betrug nicht leisten, der irrt sich gewaltig. Das mussten wir bei unserer eigenen Einwanderung lernen. 

Ein Helfer, der einen selbst davor warnt, keinem zu vertrauen, legt es unter Umständen gerade darauf an, dass man ihm vertraut - möglicherweise um dieses Vertrauen dann genau dafür zu nutzen, um einen dreist um sein Geld zu bringen.

Nachdem unser erster Einwanderungshelfer den Großteil des Geldes kassiert hatte, kam er mit einer Story, er sei überfallen worden. Das ganze Geld sei weg und er nicht mehr arbeitsfähig.

Zu diesem Zeitpunkt sollte er eigentlich alle übersetzten Dokumente bei der Migraciones eingereicht haben. Es existierte jedoch nicht eine einzige Übersetzung. Wir wurden schlicht um unser Geld geprellt - so wie wohl bereits etliche vor uns!

Vorauszahlungen 

sind zwar bei den meisten Einwanderungshelfern üblich. Wer sicher gehen will, sollte jedoch besser Zahlungen nur nach Arbeitsfortschritt leisten. Alles andere ist ein erhebliches Risiko - speziell dann, wenn man weiter weg von der Hauptstadt Asuncion ist.

Es gibt Einwanderungshelfer, bei denen man erst dann die komplette vereinbarte Summe bezahlen muss, wenn sie den gesamten Antrag für die Daueraufenthaltsgenehmigung bei Migraciones eingereicht haben und man die Eingangsquittung von der Behörde erhalten hat. Zu diesem Zeitpunkt ist die Hauptarbeit erledigt und man ist somit auf der sicheren Seite, dass der Rest auch noch erledigt wird.