Grundstückspreise

können in Paraguay sehr verschieden sein - die Beschaffenheit der Grundstücke genauso.

Was auf den ersten Blick nach einem Schnäppchen aussieht, kann nach dem ersten größeren Regen ganz anders aussehen.

Es kann den Arbeitsaufwand beim Gras mähen oder beim Ausheben des Swimmingpools stark erhöhen - und den Ertrag an Obst und Gemüse deutlich senken, wenn wie nahe Asuncion (Cordillera) oft überall Steine aus dem Boden ragen und sich kurz unter der Oberfläche eine durchgängige Felsplatte findet. 

Einfacher ist es schon zu sehen, was an zusätzlichen Kosten auf einen zukommt, wenn

  • die Umzäunung fehlt,
  • das Grundstück mit Gestrüpp zugewachsen ist,
  • die Geländezufahrt kilometerweit über eine schlechte Erdstraße erfolgen muss
  • und in einer tief gelegenen Senke liegt, wo sich logischerweise nach jedem Regen das Wasser sammelt.

Dabei muss man nicht nur die täglich zusätzlich benötigte Zeit rechnen, sondern auch die Autokosten, die man für Transporte und alltägliche Wege zum Supermarkt braucht.

Im Chaco bekommt man z.B. noch große Grundstücke für ca. 1.000 USD pro Hektar - aber meist haben die dann auch 1.000 Hektar und man benötigt Tage, um dahin oder wieder weg zu kommen.

Und wegen der Salzböden kann man zwar sehr geschmackvolles Rindfleisch produzieren, benötigt aber auch 6 bis 8 mal soviel Grundfläche, um die gleiche Rinderzahl zu halten wie in Canindeyú, muss also schon zum Bewirtschaften viel weitere Wege zurücklegen.

Man kann also nur jedem raten, sich genau zu überlegen, was er mit dem Land anfangen will, bevor man irgendwo etwas kauft, nur weil man meint, das ist das Schnäppchen. Oft täuscht das, speziell wenn man neu in der Gegend ist und keine Ahnung von der Bodenqualität und von den dortigen Marktpreisen hat. 

Wenn man z.B. Bäume wieder aufforsten möchte, ist es eine schlechte Idee, das gerade da zu tun, wo die wegen der schlechten Bodenqualität nicht wirklich wachsen wie in vielen Bereichen von Neembucú. Genauso ist es nicht unbedingt sinnvoll, sowas in Canindeyú oder Alto Parana zu tun, wo die Bäume genau deshalb gefällt wurden, weil da sehr fruchtbarer Boden für Acker- und Weideland vorhanden ist. In anderen Gegenden kann man ja für das gleiche Geld weit mehr Bäume pflanzen.

Und auch, wenn man sein Geld nicht mit Landwirtschaft verdient, sollte man berücksichtigen, dass man da wo die einheimische Bevölkerung an der Landwirtschaft gut verdient, für jedes Geschäft zahlungskräftige Kunden hat. Da wo das nicht der Fall ist, aber viele Konkurrenten in Form von Landsleuten da sind, die das gleiche verkaufen wollen wie man selbst, stellt sich das meist viel schwieriger dar,

Einen groben Überblick über Grundstückspreise findet man über diesen Link.

An den Asphaltstraßen - speziell den Rutas - sind Grundstücke oft deutlich teurer als angegeben.

Generell sind Grundstücke natürlich auch teurer, wenn man vom einheimischen Verkäufer als reicher Gringo angesehen wird oder von einem deutschen Makler betreut wird.